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03.03.2015

Mietpreisbremse und Bestellerprinzip - 5 Fragen von Günter Laub beantwortet

Die Immobilienbranche steht unter hohem Druck. Staatliche Eingriffe wie die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip sollen Wohnungsprobleme lösen und für Transparenz sorgen. Doch die Branchenverbände wie der ivd laufen Sturm. Günter Laub gibt Antworten auf die drängendsten Fragen.

 

1. Kann die Mietpreisbremse, wie sie jetzt von der Regierung beschlossen wurde, die angespannte Wohnungssituation entschärfen?

G. L.: Nein, denn die Mietpreisbremse hat gravierende Nachteile, die die Verbraucher mit kleinem Einkommen am meisten zu spüren bekommen. Zum einen wird die Wohnqualität sinken, da für Eigentümer kein Anreiz mehr besteht bei einem Mieterwechsel mehr als notwendig zu renovieren. Außerdem dämpft die staatlich verordnete Mietpreisbremse Investitionen in den Neubau, weil sie die Ertragsaussichten schmälert. Neubauten sind zwar zunächst von der Mietpreisbremse ausgeschlossen sind, dennoch gilt dies nur für die Erstvermietung. Ferner wird es langfristig weniger Mietwohnungen geben, da Investoren bei sinkenden Renditen eher verkaufen als vermieten. Und schließlich werden Vermieter diese Gängelung zu umgehen versuchen, indem sie absurde Abstandsforderungen stellen.

 

2. Wie sieht es mit der zweiten gesetzlichen Änderung im Maklergeschäft, dem Bestellerprinzip, aus?

G. L.: Das Bestellerprinzip gilt nur für die Vermietung und besagt, dass derjenige, der den Makler beauftragt, diesen auch bezahlt. In der Theorie klingt das ja einleuchtend, doch unsere tägliche Praxis sieht anders aus. In Gebieten mit Wohnungsknappheit, zahlt der Mieter den Makler. In Regionen mit Angebotsüberhang zahlt der Vermieter den Makler. Es gibt auch die Möglichkeit, dass sich Vermieter und Mieter die Courtage teilen. Diese Wahlfreiheit fällt mit dem Bestellerprinzip weg. Tatsächlich werden sich Vermieter die Maklerkosten über versteckte Zahlungen vom Mieter wieder zurückholen. Es entsteht auch ein volkswirtschaftlicher Schaden, wenn weniger Makler beauftragt werden. Für Makler, deren Kerngeschäft die Vermittlung von Mietimmobilen ist, kann das Gesetz die Existenz kosten. Durch die Mischung von Neubau- und Gebrauchtimmobilien sehen wir bei LAUB Immobilien eher weniger Probleme auf uns zukommen.

 

3. Was müsste getan werden, um Mieter tatsächllich zu entlasten und was kann die Immobilienbranche dazu beitragen?

G. L.: Für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und für die Sicherung von Arbeitsplätzen und angemessenem Einkommen, ist immer noch die öffentliche Hand zuständig. Die Versäumnisse einer verfehlten Wohnungspolitik der letzten 40 Jahre, die auch in Karlsruhe und Umgebung zu spüren ist, können nicht auf dem Rücken der Immobilienbranche gelöst werden.

Wofür wir als Makler schon lange plädieren, ist eine Verschärfung der Zugangsbedingungen zum Ausüben des Maklergewerbes, was das Image des Maklers verbessern und die Dienstleistungen transparent machen würde. In Frankreich müssen Makler beispielsweise ein Hochschulstudium vorweisen sowie eine Ausbildung bei einem Notar machen, bevor sie sich beruflich betätigen dürfen. Solche Zugangsvoraussetzungen würden die Immobilienbranche auch in der öffentlichen Wahrnehmung aufwerten.

 

4. Negative Folgen auch für Bauherren und Projektentwickler?

G. L.: Wir haben im Augenblick drei größere Bauprojekte in Rüppurr, Malsch und Ettlingen-Spessart im Portfolio. Unsere Wohnkonzepte bieten Raum sowohl für die ältere Generation als auch für Familien und Singles. Immobilien bleiben als Altersvorsorge sinnvoll und der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ungebremst. Außerdem sind Neubauten bei der Erstvermietung von der Mietpreisbremse nicht betroffen. Wir sehen uns gut aufgestellt. Auch wenn Karlsruhe laut einer Studie der DeKaBank auf dem vierten Platz der beliebtesten Städte Deutschlands liegt, wird sich die Mietpreisbremse vor allem in den großen Ballungszentren mit ihren negativen Folgen bemerkbar machen.

 

5. Und wie sieht es aktuell auf dem Karlsruher Immobilienmarkt aus?

G. L.: Der Karlsruher Immobilienmarkt boomt. Neubauimmobilien sind gefragt wie nie. Der Markt für Gebrauchtimmobilien verzeichnet steigende Preise. Prächtige Altbauwohnungen in guten Lagen sind teilweise teurer als Neubauten. Aus Verbrauchersicht muss man leider sagen, dass Wohnraum immer knapper und damit teurer wird.